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Akupunktur

(Lat.: acus = Nadel, pungere = stechen) auf Hochchinesisch zhen ji, ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Akupunktur bedeutet das Einstechen von Nadeln in genau definierte Punkte zu therapeutischen Zwecken.

Die klassischen Akupunkturpunkte liegen auf linearen Leitlinien, den Meridianen.

Akupunktur als Regulationstherapie ist vor allem dann angezeigt, wenn eine Funktion gestört ist; die Erfolge sind umso geringer, je mehr Strukturen zerstört sind.

Ziel dabei ist, das Qi (die Lebensenergie) wieder fließen zu lassen und den Körper in ein dynamisches Gleichgewicht zu bringen. Die Chinesen sprechen von der Balance zwischen Yin und Yang.

Sie sind die beiden einander komplementären Aspekte aller Lebensbereiche und Vorgänge.

Weil sich innere Erkrankungen an die Körperoberfläche projizieren und dort am Akupunkturpunkt offenbar werden, können Akupunkturpunkte auch als diagnostisches Hilfsmittel eingesetzt werden. Akupunktur ist eine wertvolle Ergänzung, jedoch kein Ersatz für die schulmedizinische Diagnostik. Andererseits kann man über die Reizsetzung am Akupunkturpunkt das innere Organ beeinflussen. 

DIE VERSCHIEDENEN AKUPUNKTURFORMEN

  • Körper-Akupunktur
  • Ohr-Akupunktur
  • Laser-Akupunktur
  • Schädelakupunktur nach Yamamoto
  • Moxibustion
  • Akupressur

ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN (INDIKATIONEN)

Die folgende Liste stellt einen kurzen Auszug aus den wichtigsten Indikationen der Akupunktur dar:

Schmerzsyndrome:

  • Erkrankungen der Wirbelsäule und Gelenke (Arthrose, Rückenschmerzen)
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Trigeminusneuralgie
  • Neuralgien (Phantomschmerz, Nervenschmerzen, z.B. nach Gürtelrose)

Psychosomatische Erkrankungen und Sucht-Syndrome:

  • Psycho-physische Erschöpfungszustände
  • Depression
  • Schlafstörungen, Schwindel, funktionelle Herzbeschwerden
  • Adipositas (Übergewichtigkeit), Nikotinabhängigkeit, Alkoholsucht

Allergien, Atopische Erkrankungen:

  • Asthma
  • Pollenallergie
  • Nasen- und Nebenhöhlenentzündung
  • Neurodermitis, Ekzem, Urtikaria

Magen-Darm-Erkrankungen:

  • Gastritis, Reizdarmsyndrom
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Crohn

Gynäkologische Erkrankungen:

  • Klimakterische Beschwerden (Wechseljahrsbeschwerden)
  • Zyklusstörungen
  • Vorbereitung zur Geburt
  • Schwangerschaftserbrechen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Reizblase

Sonstige:

  • Tinnitus
  • Gesichtsnervenlähmung (Facialisparese)
  • Lähmungen nach Schlaganfall
  • Bettnässen
  • Sterilitätsbehandlungen
  • Potenzstörungen

DURCHFÜHRUNG

Dauer einer Akupunkturbehandlung: im Regelfall 20-30 Min.

Behandlungsabstand: normalerweise zweimal pro Woche

Akupunkturserie: umfasst je nach Krankheitsbild ca. 10-15 Sitzungen

Bei der Anwendung von Dauernadeln am Ohr werden kleine Nadeln in Akupunkturpunkte am Ohr eingestochen. Vorher können die sensiblen Ohrpunkte mit einem Taster lokalisiert werden.

Die Nadel wird mit einem Pflaster fixiert und kann mehrere Tage belassen werden. Dadurch erreicht man eine länger anhaltende Wirkung bei akuten und chronischen Störungen.

 

WIE WIRKT AKUPUNKTUR?

Die Akupunktur ist eine Reflextherapie, die über folgende Mechanismen wirkt:

  • Nervös-reflektorisch: Impulse, die man bei einer Akupunkturbehandlung setzt, wirken auf verschiedenen Ebenen des Zentralnervensystems und bewirken eine veränderte Schmerzverarbeitung bzw. Schmerzwahrnehmung.
  • Humoral-endokrin: Man konnte nachweisen, daß vermehrt Substanzen freigesetzt werden, die schmerzlindernd, psychisch regulierend, aber auch abwehrsteigernd wirken (z.B. Endorphin, Adenosin, ACTH etc.)
  • Durchblutungsfördernd
  • Effekte auf die Muskulatur: Die Akupunktur bewirkt eine Entspannung der Muskulatur, und zwar nicht nur am Ort des Nadelstiches, sondern auch weit entfernt davon im "Zielgebiet" des Punktes.
  • Immunmodulierend: Die körpereigene Abwehrkraft wird verbessert und gestärkt.

Die klassische chinesische Akupunktur ist eingebettet in einen historisch-philosophischen Hintergrund, der die Grundlage für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bildet. Hier finden auch Pulsdiagnostik und Zungendiagnostik Anwendung.

Die westliche Form der Akupunktur ist eine Synthese aus chinesischen Methoden und Erfahrungen mit westlichen Patienten.

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